
Laufend erhalte ich Anfragen von potenziellen Kunden, welche Ihre WordPress Website optimieren möchten. Oft wurde diese aus einem grafischen Gesichtspunkt erstellt und somit war für die Optimierung am Ende des Projektes kein Budget mehr da. Dem Kunden fiel jedoch auf, dass die Ladegeschwindigkeit langsam war und auch die Verkäufe darunter litten.
Wie dem auch sei, bei Tests solcher Websites gibt es häufig diese 3 Fehler, die sich immer wiederholen:
Inhaltsverzeichnis
Grafiken
Ein Fehler der sehr häufig vorkommt, betrifft das Hochladen der Dateien. Es werden die Originalfotos von Digitalkameras oder druckfähige Dateien der Folder in WordPress hochgeladen und nur die Dimensionen geändert. Das Foto oder die Grafik haben aber immer noch die volle Dateigröße und brauchen dementsprechend lange beim Seitenaufbau. Noch schlimmer ist es, wenn ein sogenannter Slider eingebaut ist, wo gleich bis zu 10 dieser riesigen Dateien geladen werden müssen.
Dabei ist es heutzutage recht einfach Bilder zu optimieren und das ganze auch noch kostenlos und gleich online. Man lässt sich vom Dienstleister die Dateien schon auf die richtige Größe mit der richtigen Auflösung für das Web liefern und danach kann man immer noch mit Tools wie TinyPNG die letzten Prozent herausholen. Vorab sollte man auch noch überlegen ob der Dateiname sinnvoll ist und das richtige Bildformat verwendet wurde. Und siehe da – oft sind WordPress Websites gleich um das 3fache schneller.
Caching
Selten wird vom Kunden eine Vorlage verwendet, die diese Funktion schon übernimmt. Mit Caching ist gemeint, dass die gesendeten Daten gezippt sind und auch der Quellcode optimiert. Weiters werden Dateien zusammengelegt und Leerzeichen entfernt, um die Geschwindigkeit der Auslieferung zu steigern. Da durch ein aktives, professionelles Caching in WordPress (wie zum Beispiel mit WPRocket, Borlabs Cache) eine statische Version im System hinterlegt wird, braucht auch der Server nicht so viel arbeiten.
Server
Bei umfangreicheren Installationen mit Shopfunktion und vielen Usern macht sich auch die Qualität des Servers bemerkbar. Dies fängt an, mit der Stärke des Servers und Aktualität der Serversoftware. Weiters ist interessant, wie viele unterschiedliche Websites auf diesem Server gleichzeitig mit Besuchern gestürmt werden und ob in ihrer Nachbarschaft ein Projekt liegt, welches den Server verlangsamt. Abschließend ist es auch wichtig, dass die PHP Version so aktuell wie möglich ist. Bietet ihr Server nur PHP 5 an und nicht PHP 7 sollten Sie sich schnell eine Alternative überlegen. Bei verlässlichen Providern wie all-inkl., ist dies der Standard.
Zu viele oder schlecht programmierte Plugins
Ein weiterer häufiger Grund für langsame WordPress Websites sind zu viele Plugins oder Erweiterungen, die schlecht programmiert sind. Nicht jedes Plugin ist automatisch problematisch, aber jedes zusätzliche Plugin kann neue Dateien, Datenbankabfragen, Skripte oder externe Verbindungen mitbringen.
Besonders kritisch sind Plugins, die auf jeder Unterseite geladen werden, obwohl sie nur an einer einzigen Stelle benötigt werden. Beispiele dafür sind Slider, Formular-Plugins, Statistik-Tools, Social-Media-Erweiterungen oder umfangreiche Page Builder Add-ons.
Deshalb lohnt sich regelmäßig ein genauer Blick auf die installierten Erweiterungen. Wird ein Plugin wirklich noch benötigt? Gibt es eine schlankere Alternative? Ist es aktuell, gut bewertet und mit der verwendeten WordPress Version kompatibel? Eine saubere Plugin-Struktur ist oft einer der schnellsten Wege zu einer spürbar besseren Ladezeit.
Aufwendige Themes und Page Builder
Viele WordPress Websites werden mit umfangreichen Themes oder Page Buildern erstellt. Das ist praktisch, weil sich Layouts schnell gestalten lassen. Gleichzeitig entstehen dadurch aber oft sehr große Seiten mit vielen zusätzlichen CSS- und JavaScript-Dateien.
Je mehr Funktionen ein Theme mitbringt, desto mehr Code muss der Browser laden und verarbeiten. Das betrifft vor allem Websites, bei denen viele Effekte, Animationen, Slider, Icons, Schriftarten und Design-Elemente gleichzeitig verwendet werden.
Das bedeutet nicht, dass Page Builder grundsätzlich schlecht sind. Wichtig ist jedoch, sie bewusst einzusetzen. Eine Website sollte nicht nur optisch gut aussehen, sondern auch technisch sauber aufgebaut sein. Mehr dazu finden Sie auch im Beitrag WordPress Page Builder, Gutenberg, Themes und Plugins.
Externe Skripte, Tracking und eingebettete Inhalte
Oft liegt die Ursache einer langsamen Website nicht nur direkt bei WordPress, sondern bei externen Diensten. Dazu zählen zum Beispiel Tracking-Codes, Werbeskripte, Social-Media-Feeds, Chat-Tools, Karten, Videos oder externe Schriftarten.
Jeder externe Dienst muss beim Laden der Seite zusätzlich angefragt werden. Wenn diese Dienste langsam reagieren oder viele Daten nachladen, wirkt sich das direkt auf die Ladezeit der Website aus. Besonders auf mobilen Geräten kann das deutlich spürbar sein.
Deshalb sollte geprüft werden, welche externen Dienste wirklich notwendig sind. Nicht alles, was technisch möglich ist, verbessert auch die Website. Manchmal ist eine schlankere Lösung besser für Besucher, Datenschutz und Suchmaschinenoptimierung.
Datenbank, Revisionen und Altlasten
Mit der Zeit sammeln sich in WordPress viele Daten an. Dazu gehören Beitragsrevisionen, gelöschte Inhalte, alte Plugin-Einstellungen, Transients, Spam-Kommentare oder nicht mehr benötigte Tabellen in der Datenbank.
Diese Altlasten müssen nicht sofort ein Problem sein. Bei älteren oder umfangreichen Websites können sie aber dazu beitragen, dass das Backend langsamer wird und Datenbankabfragen mehr Zeit benötigen.
Eine regelmäßige technische Wartung hilft dabei, die Website sauber zu halten. Dazu gehören Backups, Updates, eine Prüfung der Datenbank und das Entfernen nicht mehr benötigter Erweiterungen. Worauf Sie bei Updates achten sollten, erkläre ich im Beitrag WordPress Update richtig machen.
Mobile Ladezeit wird oft unterschätzt
Viele Website-Betreiber testen ihre Website nur am eigenen Computer im Büro oder zu Hause. Dort wirkt die Seite oft schneller, weil die Internetverbindung gut ist und der Browser viele Inhalte bereits zwischengespeichert hat.
Besucher kommen jedoch häufig über Smartphones, mobiles Internet oder ältere Geräte auf die Website. Genau dort fallen große Bilder, zu viele Skripte oder ein schwacher Server besonders stark auf. Deshalb sollte die Ladezeit immer auch mobil getestet werden. Eine Website, die am Desktop noch akzeptabel wirkt, kann am Smartphone bereits zu langsam sein. Das wirkt sich nicht nur auf die Nutzererfahrung aus, sondern kann auch dazu führen, dass potenzielle Kunden die Seite verlassen, bevor sie überhaupt Kontakt aufnehmen.
Warum eine schnelle WordPress Website wichtig ist
Eine schnelle Website ist nicht nur ein technisches Detail. Sie beeinflusst, wie professionell Ihr Unternehmen wahrgenommen wird, wie lange Besucher auf der Seite bleiben und ob Anfragen oder Verkäufe entstehen.
Gerade bei Unternehmenswebsites, Blogs und Online-Shops zählt jeder zusätzliche Klick und jede Sekunde Ladezeit. Wenn eine Seite langsam reagiert, springen viele Nutzer ab. Eine gute Performance sorgt dagegen für bessere Bedienbarkeit, mehr Vertrauen und eine angenehmere Nutzung.
Auch für die Suchmaschinenoptimierung spielt die technische Qualität einer Website eine Rolle. Schnelle Ladezeiten, klare Struktur und eine gute mobile Darstellung helfen Suchmaschinen dabei, Inhalte besser zu erfassen und Nutzern eine bessere Erfahrung zu bieten.
Wie ich bei der Optimierung einer langsamen WordPress Website vorgehe
Bei einer Performance-Optimierung geht es nicht darum, wahllos Plugins zu installieren oder einzelne Messwerte kurzfristig zu verbessern. Zuerst sollte analysiert werden, wo die eigentlichen Ursachen liegen.
Ich prüfe unter anderem Bilder, Caching, Hosting, Theme, Plugins, Datenbank, externe Skripte und die mobile Darstellung. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind.
Oft reichen bereits wenige gezielte Änderungen, um eine WordPress Website deutlich schneller und stabiler zu machen. In anderen Fällen ist eine gründlichere technische Bereinigung oder ein Wechsel des Hostings sinnvoll.
Wenn Sie Ihre WordPress Website optimieren lassen möchten, unterstütze ich Sie gerne im Rahmen meines
Webconsultings oder bei der laufenden WordPress Optimierung.
Langsame WordPress Websites haben meistens mehrere Ursachen
In den seltensten Fällen gibt es nur einen einzigen Grund für eine langsame WordPress Website. Meist ist es eine Kombination aus zu großen Bildern, fehlendem Caching, schwachem Hosting, zu vielen Plugins, einem überladenen Theme und externen Skripten.
Die gute Nachricht: Viele dieser Probleme lassen sich beheben. Wichtig ist eine saubere Analyse, bevor Maßnahmen gesetzt werden. So wird die Website nicht nur schneller, sondern auch stabiler, sicherer und angenehmer für Besucher.